Handball mit Humor: Die Mögelladies zwischen Mögimittwoch und Bezirksoberliga

Sie drehen virale Videos, halten auf und neben dem Feld zusammen und wollen sportlich wieder angreifen: Die Mögelladies der SpVgg Mögeldorf 2000 zeigen Woche für Woche, wie viel mehr in einer Handballmannschaft stecken kann. Als neues Squad-Mitglied gehen sie nun auch mit spized gemeinsame Wege.

Die Mögelladies spielen in der Bezirksoberliga Mittelfranken und sorgen auch abseits des Feldes für Aufsehen.
Die Mögelladies spielen in der Bezirksoberliga Mittelfranken und sorgen auch abseits des Feldes für Aufsehen.

spized-Unterhosen-Video geht viral

Wer der Damenmannschaft der SpVgg Mögeldorf 2000 auf Instagram folgt, kennt den Rhythmus: Mittwoch ist Mögimittwoch, kurz MöMi. Dann gibt es Einblicke aus der Kabine, vom Training, aus dem Mannschaftsalltag oder einfach Momente, die zeigen, wie die Mögelladies abseits des Handballfelds ticken. Was 2025 als lose Idee begann, ist längst fester Bestandteil der Außendarstellung geworden.

Dass ausgerechnet ein Video mit spized-Unterhosen zum ersten viralen Hit werden würde, konnte allerdings niemand ahnen. Mehr als 600.000 Aufrufe sammelte der Clip. „Das war eher ein Verzweiflungs-Mögimittwoch“, verrät Vanessa Ochsendorf. Die Kreisläuferin der SpVgg bezeichnet das Unterhosen-Video deshalb als „unseren Türöffner, weil es uns auch mit spized zusammengebracht hat.“

Einen festen Redaktionsplan gibt es nicht, lediglich der Mittwoch ist gesetzt. Ideen entstehen spontan, Trends werden ausprobiert und vor allem gilt: Es soll Spaß machen. Genau diese Mischung aus Spontaneität und Humor prägt den Content der Mögelladies. Für Vanessa sind die Videos deshalb mehr als Unterhaltung. Sie zeigen, wie die Mannschaft tatsächlich ist: offen, freundschaftlich und mit einer guten Portion Selbstironie.

Die Mögelladies sind dabei Teil eines Vereins, der deutlich größer ist als die Handballabteilung. Die Wurzeln der heutigen SpVgg Mögeldorf 2000 reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. 2001 entstand der Verein durch die Fusion des Turnerbunds Nürnberg-Mögeldorf 1879 e.V. und der Sportvereinigung Nürnberg-Ost. Heute vereint Mögeldorf zahlreiche Sportarten – von Fußball, Tennis und Handball bis zu Volleyball, Tischtennis, Gymnastik und verschiedenen Kampfsportarten. 

 Der gemeinsame Nenner ist der Sport. Das Vereinsleben aber entsteht durch die Menschen, die ihn mit Leben füllen. Getreu dem Motto des Clubs aus dem Nürnberger Osten: „In einer Welt, die immer digitaler und individueller wird, bieten wir ein Miteinander, das auch in Zukunft richtig attraktiv bleibt.“ Und genau das gilt auch für die Mögelladies.

MöMi: Wenn Verletzungspausen kreativ machen

Vanessa Ochsendorf ist mittlerweile ein echtes Mögeldorfer Urgestein – zumindest, wenn es um die jüngere Geschichte der Mannschaft geht. Seit rund zehn Jahren spielt die 31-Jährige für die SpVgg. Handball begleitet sie allerdings schon fast ihr ganzes Leben. „Ich spiele schon, seit ich fünf oder sechs Jahre alt bin, seit der ersten Klasse“, erzählt sie. Zunächst wollte ihre Mutter sie zum Fußball bringen. Das Problem: In ihrer Mannschaft waren ausschließlich Jungs. 

 Über die Mutter einer Klassenkameradin kam sie schließlich zum Handball. Nach ihrer Jugendzeit beim 1. FC Nürnberg und zwei weiteren Stationen führte ihr Weg sie nach Mögeldorf. Heute ist der Verein längst ihre (sportliche) Heimat. Dass sie dort irgendwann auch maßgeblich für den Social-Media-Auftritt der Mannschaft verantwortlich sein würde, war dagegen nicht unbedingt geplant. 

Die Begeisterung für Social Media sei laut Vanessa zwar schon immer da gewesen, und auch bei den Mögelladies gehörten Videos und Trends zum Vereinsalltag. Zunächst spielten sie jedoch eher eine Nebenrolle. Erst mit dem Vorhaben, den TikTok-Kanal gezielter zu bespielen, wurde das Ganze deutlich intensiver. 

In der Anfangsphase nutzte das Content-Team um Vanessa und ihre Teamkolleginnen Anna-Lisa, Kim und Pia vor allem die verletzungsbedingten Zwangspausen, um das Projekt und ihre Ideen voranzutreiben. „Da hatten wir viel Zeit“, erklärt Vanessa, die wie Kim und Pia zwischenzeitlich verletzungsbedingt länger pausieren musste. Während die anderen trainierten, nutzten sie die Einheiten zum Drehen. Mit Erfolg: Aus den ersten TikTok-Videos entwickelte sich schnell mehr. Instagram kam dazu, heute liegt dort der Schwerpunkt. 

Und genau dort zeigt sich auch, was die Mögelladies ausmacht: Die Videos erzählen längst nicht mehr nur vom Handball, sondern geben Einblicke in die Mannschaft und ihren Zusammenhalt.

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Vanessa Ochsendorf - Spielerin der SpVgg Mögeldorf

„Wir sind mehr als eine Handballmannschaft“

Denn die Mögelladies sind auch abseits der Halle ein eingeschworenes Team. „Wir sind mehr als eine Handballmannschaft“, sagt Vanessa. Was sie damit meint: Die Spielerinnen sind auch privat miteinander befreundet. Diese Verbundenheit soll vor allem auch für neue Spielerinnen spürbar sein: Niemand soll das Gefühl bekommen, neu oder außen vor zu sein. Wie beschreibt man eine solche Mannschaft also in drei Worten? Vanessas Antwort: „Offenherzig, ehrgeizig und mausig.“

Bei aller Freundschaft und allem Spaß verbindet die Mögeldorferinnen auch der gemeinsame Anspruch, sportlich etwas zu erreichen. „Wir können uns auch fokussieren.“ In der vergangenen Saison lief es für das Team allerdings alles andere als nach Wunsch. Rechnerisch wäre die Mannschaft sogar aus der Bezirksoberliga Mittelfranken abgestiegen. Weil sich ein Team aus der Liga auflöste, blieb ihnen der Abstieg letztlich erspart. Rückblickend muss Vanessa gestehen: „Die Saison war mehr schlecht als recht.“

Für die neue Spielzeit blickt die 31-Jährige trotzdem optimistisch nach vorne. Die Mannschaft hat sich verstärkt, zudem kehren verletzte Spielerinnen zurück. „Rein spielerisch können wir oben mitspielen, nur hat uns zuletzt die Konstanz gefehlt.“ Das Ziel für 2026/27 ist deshalb klar: „Die obere Tabellenhälfte soll es schon werden.“

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Neue Trikots, neue Squad, gleiche Mögelladies

Mit der neuen Saison wartet auf die Mögeldorferinnen auch eine neue Aufgabe: Als Mitglied der spized Squad, zu der unter anderem auch die Teams Rumelner TV und SV Blau-Weiß Sande (beides Volleyball) gehören, bekommen sie die Möglichkeit, sich und ihre Mannschaft noch einmal von einer anderen Seite zu zeigen – ohne dabei den Fokus auf das Wesentliche zu verlieren: gemeinsam Handball zu spielen.

„Wir hätten nie damit gerechnet, dass sich ein Sportausrüster wie spized für eine Mannschaft aus der Bezirksoberliga so interessiert“, sagt Vanessa. Entsprechend groß ist die Lust auf die Zusammenarbeit: „Wir haben ultra Bock, Sachen und Content mit spized zu erstellen.“

Auch beim neuen Trikot haben die Mögelladies ihre eigene Handschrift eingebracht. Für das neue Design wurde extra ein Trikot-Contest ins Leben gerufen. Jede Spielerin durfte einen Trikot-Entwurf erstellen. Anschließend wurde abgestimmt, innerhalb der Mannschaft und unter Einbeziehung der eigenen Follower. Einzige Bedingung neben den Vereinsfarben Blau und Rot: „Uns war es wichtig, dass das Trikot schlicht bleibt, aber die persönliche Note nicht verloren geht.“ Dafür sorgen kleine Details wie der Schriftzug „Mögelladies“ an Hose oder Ärmel. Bei den Mögelladies steckt Persönlichkeit eben auch in den Details.

Einfach machen und Spaß haben

Vielleicht ist das auch die wichtigste Lektion, die sich aus der Geschichte der Mögeldorferinnen ziehen lässt. Sie hatten keinen ausgefeilten Social-Media-Plan, als sie mit Social Media begannen. Sie wussten nicht, dass aus einem spontanen Video irgendwann der Mögimittwoch werden würde. Und schon gar nicht konnten sie ahnen, dass ein „Verzweiflungs-Mögimittwoch“ mit Unterhosen einmal zum Türöffner für eine Zusammenarbeit mit einem Sportausrüster wie spized werden würde.

Sie haben es einfach ausprobiert. Vanessas Rat an andere Amateurmannschaften fällt deshalb entsprechend kurz aus: „Einfach machen und Spaß dabei haben. Wenn man Spaß hat, dann läuft es von alleine.“ Für die Mögelladies scheint diese Strategie bislang ziemlich gut zu funktionieren.

Sie haben ihren eigenen Stil gefunden und vor allem eine Menge Spaß daran, ihn gemeinsam zu leben. Und deshalb darf man sich schon jetzt auf den nächsten Mittwoch freuen: MöMi eben.

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