spized goes Profi-Volleyball: Vereinsporträt L.E. Volleys Leipzig

Seit dem 12. September läuft die Saison in der 2. Volleyball-Bundesliga Süd, und die erste Männermannschaft der L.E. Volleys Leipzig ist mit einem 3:2 gegen den Staffelmeister der Vorsaison hineingestartet — zum dritten Mal in Trikots von spized. Es ist eine von drei Mannschaften der Liga, die in dieser Saison unsere Trikots tragen: dazu kommen die Donau Volleys Regensburg in derselben Staffel und VV Humann Essen im Norden.

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L.E. Volleys

Ein Verein, der aus einer Insolvenz entstand

Die L.E. Volleys gibt es erst seit 2009. Gegründet wurden sie, nachdem der VC Leipzig Insolvenz angemeldet hatte, als Neugründung, ohne wirtschaftliche Verflechtung mit dem Vorgänger. Aus dieser Situation ist inzwischen ein Verein mit fast 400 Mitgliedern und über 20 Mannschaften im Spielbetrieb geworden, von der Hobbyliga bis zur 2. Bundesliga. Er ist der einzige Leipziger Verein mit einer Männermannschaft in der zweithöchsten Spielklasse und seit seiner Gründung Träger des Landesstützpunkts Sachsen im männlichen Bereich sowie des Talentestützpunkts im weiblichen. 

Das Selbstverständnis formuliert der Verein ohne Umschweife: Schwerpunkt im leistungsorientierten Volleyball, und die Strategie dazu lautet, den Routiniers möglichst viele junge Nachwuchssportler an die Seite zu stellen. Wer in Leipzig ambitioniert Volleyball spielen will, sagt Teammanager Axel Roscher, komme an den L.E. Volleys kaum vorbei — „ob Mädchen oder Jungs".

Die erste Mannschaft: zweite Liga, ehrenamtlich getragen

Sportlich beendete die erste Mannschaft die vergangene Saison auf Platz sieben von 13 in der Süd-Staffel, mit 13 Siegen aus 24 Spielen. Cheftrainer ist Jan Pretscheck, gespielt wird in der Sporthalle Brüderstraße mitten in Leipzig. Der Auftakt in die neue Saison ist geglückt: Gegen die Blue Volleys Gotha, den Staffelmeister der Vorsaison, gewannen die Leipziger vor heimischem Publikum mit 3:2 — nach verlorenem ersten Satz, zwischenzeitlichem 2:1 und einem 15:12 im entscheidenden fünften. 

Wer bei „zweithöchste deutsche Spielklasse" an Profistrukturen denkt, liegt in diesem Fall trotzdem falsch. Und Roscher sagt das selbst: 

„Im Jugendbereich haben wir schon Hauptamtlichkeit — die Sportschule, einen hauptamtlichen Stützpunktleiter. Aber die zweite Bundesliga ist bei uns ehrenamtlich getragen. Wir haben keine Profispieler. Alle, die am Spieltag dabei sind, und ich als Teammanager auch: Wir sind alle ehrenamtlich." 

Organisation und Management liegen nach seiner Schätzung zu über 90 Prozent im Ehrenamt. Dass es anderswo anders aussieht, weiß er: Im Westen gibt es große Multisportvereine mit eigener Geschäftsstelle. Er nennt den ASV Dachau, der 18 Sportarten unter einem Dach vereint. Im Osten sind es dagegen oft eher kleinere Vereine. 

Roscher selbst hat über 15 Jahre in der 1. und 2. Bundesliga gespielt, als Außenangreifer und Libero, unter anderem in Stollberg, Chemnitz und Markranstädt, und war 2014 Teil eines Meisterteams. Seit 2021 organisiert er stattdessen und beschreibt den Unterschied so: 

„Als Spieler hast du ein Ritual: Du gehst in die Halle, ziehst dich um, machst dich warm, spielst. Als Manager hast du am Spieltag viel mehr Themen und viel mehr Improvisation. Wie viele Leute stehen an der Kasse. Der Schiedsrichter hat noch ein Problem. Dann gehe ich mit zur Mannschaftssitzung. Und teilweise werde ich gefragt: Warum haben wir denn verloren?" 

Dazu komme, was man als Spieler gar nicht mitbekomme: „Man kriegt viel mehr private Sachen mit. Der eine braucht einen Job, der andere wird mit der Schule fertig." Selbst spielt er kaum noch. „Im Spielen halte ich mich zurück. Das juckt zwar immer noch, aber ich darf dann mal gegen die Sponsoren spielen."

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Das eigentliche Aushängeschild ist die Jugend

So respektabel ein Platz im Mittelfeld der zweiten Liga ist, die Schlagzeilen macht in diesem Verein der Nachwuchs. Die Saison 2025/26 brachte sechs Podiumsplätze auf nationaler Ebene, zwei davon Titel. Gold bei der U18-DM in Amberg, im Finale gegen VV Humann Essen. Silber mit der U14 in Dachau, wo das Finale erst im Tie-Break mit 13:15 verloren ging. Bronze mit der U20 in Saarbrücken, der erste Podiumsplatz dieser Altersklasse seit acht Jahren. Bronze mit der U16 in Dresden. Silber beim Bundespokal, wo sieben Leipziger Athleten in der sächsischen Auswahl standen. 

Der zweite Titel kam im Sand. Bei der deutschen Beach-Meisterschaft der U15 Ende Juni in Freiburg, gespielt bei knapp 40 Grad, holten die Leipziger Gold. Der Beachbereich ist dabei Roschers eigenes Feld — das Beachtraining und das Beachcamp des Vereins sind seine Projekte, und die Jungs hatte er im Vorfeld selbst trainiert. Den Titel geholt haben dann die U16-Trainer vor Ort. Er selbst stand nicht an der Seitenlinie, sondern am Rand: als Vater seines Sohnes Henry, der mitspielte. 

Der U18-Titel war eine Titelverteidigung und längst nicht der erste Erfolg in der Halle: Seit dem ersten deutschen Meistertitel der Vereinsgeschichte 2023 mit der U18 kamen 2024 die U14, 2025 die U16 und 2025 sowie 2026 die U18 dazu. „Man muss fast sagen: Wir sind schon ein bisschen verwöhnt", sagt Roscher. 

Dass die Erfolge kein Zufall sind, hat mit Strukturen zu tun, die weit über einen normalen Vereinsbetrieb hinausgehen. Die Sportschüler trainieren täglich zweimal, vormittags und abends. Der Verein ist in die Sportschulstrukturen der Stadt eingebunden und stellt regelmäßig Spieler für die sächsische Auswahl. Im Sommer war die Mannschaft des Leipziger Sportgymnasiums sogar bei der Schul-Weltmeisterschaft in China im Einsatz, qualifiziert über den Sieg im Bundesfinale von „Jugend trainiert für Olympia" — Roscher schaute das Spiel gegen den Gastgeber gemeinsam mit seinem Beachcamp am Livestream mit.

Zwei Frauenteams, eine Kooperation

Eine Entscheidung des vergangenen Frühjahrs erklärt viel über die Prioritäten des Vereins. Ende April ist das Spielrecht der Leipziger Drittliga-Frauen an die Neuseenland-Volleys Markkleeberg übergegangen. Von außen liest sich das wie eine Aufgabe. Roscher widerspricht deutlich: „Abgeben, so gar nicht." Beide Vereine hätten sich getroffen und gemeinsam geklärt, wie mit Spielerinnen, Trainer und Sponsoren umgegangen wird. „Wir hätten das Team gerne behalten, aber dann wäre es nur unter der dritten Liga weitergegangen." 

Der Hintergrund ist eine Kapazitätsgrenze, keine Priorisierung: „Wir werden als L.E. Volleys nicht männlich und weiblich so entwickeln können, dass wir zwei Bundesliga-Mannschaften stellen." Drei Jahre lang hat der Verein die dritte Liga im Frauenbereich gehalten, die Mannschaft und ihr Trainerstab wollten mehr, und Markkleeberg hat sich stark entwickelt und liegt praktisch vor der Haustür. Das Ziel im weiblichen Bereich ist nun die Regionalliga (4. Liga), abgesichert mit eigenen jungen Trainern. Wer höher hinaus will, geht nach Markkleeberg, Grimma oder Dresden, wo der Bundesstützpunkt weiblich sitzt.

Was als nächstes kommt — und wo es eng wird

Die Nachfrage ist da. Was den Verein bremst, benennt Roscher nüchtern: Hallenzeiten und Kapazität. In mehreren Nachwuchsgruppen ist die Aufnahmekapazität erschöpft, obwohl die Lage in der Stadt gut und für Familien leicht erreichbar ist. 

Dazu kommt ein Konflikt, der sich aus dem eigenen Erfolg ergibt. Landesstützpunkt und Sportschule müssen Kader für den Verband entwickeln, und die besten Talente werden delegiert. „Wir haben mittlerweile so gute Talente, die dann nach Frankfurt oder Berlin an die Stützpunkte gehen", sagt Roscher. „Dann sind sie ein bisschen aus dem Verein raus und gehen ihren eigenen Weg. Damit müssen wir leben." 

Wie konkret das wird, erlebt er gerade in der eigenen Familie: Sein Sohn Julius, bei der U20-Meisterschaft zum wertvollsten Spieler des Turniers gewählt, wechselt zum VCO Berlin in die 1. Bundesliga — jenes Nachwuchsprojekt am Bundesstützpunkt, in dem die besten deutschen Talente früh Erfahrung im Erwachsenenbereich sammeln. 

Einen Hebel hat der Verein gefunden, um andere länger zu halten: Über die Sportschule können Sportler ein Jahr länger zur Schule gehen und bis zur 13. Klasse bleiben, während in Sachsen sonst zwölf Jahre die Regel sind. Aktuell nutzen das fünf oder sechs Schüler. Der Effekt ist ein Jahr mehr Zeit, den Übergang in den Erwachsenenbereich im eigenen Verein zu organisieren.

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Was die Bundesliga vom Trikot verlangt

Und hier laufen die beiden Fäden dieses Porträts zusammen. Nicht nur die erste Mannschaft spielt in spized: Auch die Damen, das Regionalliga-Team und einige Nachwuchsteams tragen inzwischen dieselben Trikots, weitere Sätze älterer Jahrgänge werden gerade ausgetauscht. 

Für die Ausstattung macht die Liga dabei einen Unterschied. Das Bundesligateam wird jährlich neu ausgestattet, die Trikots tragen Spielernamen. In den unteren Ligen stellt der Verein jeder Mannschaft einen Trikotsatz, der dann über mehrere Jahre hält. 

Und das Reglement hatte im ersten Jahr Rückfragen. Es ging um die Erkennbarkeit der Rückennummern, konkret um die Sieben und die Eins, sowie um das Libero-Trikot, das neu gemacht werden musste. Aufgefallen ist das nicht dem Verein, sondern den Schiedsrichtern. Der Kern: Zwei Trikotsätze dürfen nicht dasselbe Farbschema invertieren, sondern müssen klar unterscheidbar sein. Ab der zweiten Saison gab es keine Probleme mehr. Die gelben Trikots, die auf manchen Fotos zu sehen sind, sind übrigens kein dritter Satz, sondern das Libero-Set. 

Über das Design hat nicht der Vorstand entschieden: Der Verein hat eine Design-Ausschreibung gemacht, die Mitglieder konnten aus den Vorschlägen auswählen, eine kleine Jury hat bewertet. Anschließend wurde mit Indoortrends und uns feinjustiert. Was der Vorstand entscheidet, ist die finanzielle Seite, wie viel bestellt wird. 

Beim Preis war die Vorgabe eindeutig: „Wir sind ja nicht im Fußball-Trikotbereich", sagt Roscher. „Das Ziel war ein Trikot, das nicht 120 Euro kostet, sondern 30, 40 Euro. Das ist ein Sportshirt, das ist ein guter Preis." Wer als Mitglied ein eigenes Trikot mit Namen und Nummer möchte, bekommt es über das Vereinsheim bei Indoortrends, dem Teamsport-Spezialisten, über den auch der Kontakt zu uns entstanden ist. Nachbestellungen laufen inzwischen mit etwa drei Wochen Vorlauf und genau das war der Grund, warum sich der Verein überhaupt für ein eigenes Vereinstrikot entschieden hat. 

Auch hier ist das letzte Wort nicht gesprochen. Der Plan, sagt Roscher, sei, irgendwann den ganzen Verein zumindest in den Spieltrikots einheitlich auszustatten. Kindergrößen gibt es, es ist eine Frage des Budgets — gestaffelt über die kommenden Spielzeiten. 

Für uns bei spized ist das eine Bestätigung: Ein Verein, der ehrenamtlich eine Zweitligamannschaft trägt und gleichzeitig in fünf Altersklassen um deutsche Meisterschaften spielt, rechnet bei der Ausstattung anders als ein einzelnes Team. Nachbestellbar über Jahre, bezahlbar für Familien, einheitlich über 20 Mannschaften hinweg. Der erste Sieg der Saison ist eingefahren. Wir wünschen den L.E. Volleys eine erfolgreiche Spielzeit und dem Nachwuchs die nächste Medaillensammlung.

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