Du möchtest wissen, wie eine Vorstandswahl im Verein funktioniert? In diesem Artikel erklären wir dir, auf was du bei der Wahl im Sportverein achten musst.
Gesetzliche Vorgaben bei der Vorstandswahl im Verein
- Bestellung durch Mitgliederversammlung: Der Vorstand ist durch die Mitgliederversammlung gewählt und wird somit zum Handeln legitimiert.
- Mehrheit der abgegebenen Stimmen: Der Vorstand wird durch die Mehrheit der Stimmen bestimmt. Das heißt, dass es mehr als 50 % Ja-Stimmen braucht. Die Vereinssatzung kann hier abweichende Regeln wie z. B. eine Zweidrittel oder Dreiviertel Mehrheit verlangen. Die Satzung regelt auch mögliche Stichwahlen bei Stimmengleichheit.
- Nicht stimmberechtigte Personen: Ein Vorstandsmitglied ist nicht berechtigt über seine eigene Entlastung abzustimmen.
- Abweichungen durch die Vereinssatzungen: Abgesehen von der fehlenden Stimmberechtigung zur Entlastung der eigenen Person, darf die Vereinssatzung von den anderen Pflichten abweichen.
Wahlberechtige und Leitung der Vorstandswahlen im Verein
| Aktives Wahlrecht: | Passives Wahlrecht: |
| Alle Mitglieder des Vereins | Ehrenmitglieder |
| Fördermitglieder | |
| Nicht entlastete Vorstandsmitglieder | |
| Minderjährige |
Hinweis: Die „aktive Vereinsmitgliedschaft“ ist rechtlich nicht klar definiert. Die Satzung des Vereins muss regeln, welche Mitglieder aktiv und passiv zu werten sind.
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Ablauf Vorstandswahl im Verein: So wird der Vorstand gewählt
| Hinweis: Dürfen sich Mitglieder selbst wählen? Ja, selbstverständlich. Wer zur Wahl steht, darf sich selbst auch eine Stimme geben. |
Kandidaten für die Vorstandswahl im Verein – wer darf in den Vorstand gewählt werden?
- Nur volljährige Personen dürfen zur Vorstandswahl kandidieren.
- Nur volljährige Mitglieder sind stimmberechtigt.
- Kandidaten für den Vorstand müssen mindestens zwei oder drei Jahre Vereinsmitglied sein.
- Nichtmitglieder sind von der Vorstandswahl ausgeschlossen.
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Was passiert nach der Wahl des Vorstands im Verein?
Nach der Vorstandswahl muss das Ergebnis – sprich die Personen, die in den Vorstand gewählt wurden – namentlich im Vereinsregister gemeldet werden. Erfolgt die Eintragung in das Vereinsregister verspätet oder gar nicht, droht ein Ordnungsgeld zwischen 5 Euro und 1.000 Euro. Parallel zur Eintragung des neuen Vorstands steht in der Mitgliederversammlung meist auch die Entlastung des bisherigen Vorstands auf der Tagesordnung. Was die Entlastung des Vorstands rechtlich bedeutet, welche Konsequenzen eine verweigerte Entlastung hat und wie der Ablauf korrekt dokumentiert wird, erklärt der spized-Leitfaden zur Vorstandsentlastung im Sportverein.
Wie oft eine Vorstandswahl im Verein durchzuführen ist oder wie lange eine Amtszeit dauern darf, wird in der jeweiligen Vereinssatzung geregelt. Ein gut organisierter Verein sollte aber regelmäßige Vorstandswahlen abhalten. Viele Organisationen veranstalten jedes Jahr eine Vorstandswahl, wobei immer nur eine bestimmte Anzahl des Vorstands zur Wiederwahl steht oder neu gewählt wird. Ein Jahr später stehen dann die restlichen Mitglieder zur Wahl. Eine Amtszeit dauert mit dieser Regelung jeweils zwei Jahre. Sollten Vorstandsmitglieder freiwillig ausscheiden oder nicht wiedergewählt werden, wird so nicht gleich der gesamte Vorstand ausgetauscht. Wichtig ist, dass solche Regelungen in der Vereinssatzung verankert sind.
Probleme bei der Vorstandswahl im Verein: Was tun, wenn die Wahl nicht korrekt ablief?
Vorstandsmitglied werden: Wie werde ich in den Vorstand meines Vereins gewählt?
Es gibt in ganz Deutschland wahrscheinlich keinen Amateur-Sportverein der überbesetzt ist und keine zusätzlichen Helfer sucht, die gerne Vereinsaufgaben übernehmen. Die meisten Mitglieder der Vereinsvorstände sind bereits in einem fortgeschrittenen Lebensalter und suchen händeringend nach jungen tatkräftigen Nachfolgern. Wer einen Vorstandsposten übernehmen möchte, hat es in der Regel nicht allzu schwer sein Ziel zu erreichen.
Auf der anderen Seite wird in gut organisierten Vereinen auch nicht jeder gewählt, der als Erstes den Finger hebt und dabei sein möchte. Vorstandsarbeit ist repräsentativ und beinhaltet auch politische sowie gesellschaftliche Inhalte. Das bedeutet, dass es Lebens- und Berufserfahrung braucht, um sich im Vorstand zu entfalten. Idealerweise nutzt du deine Erfahrungen und dein Knowhow und bringst die Expertise mit in die Vorstandsarbeit ein. Du kannst gut mit Zahlen umgehen? Dann ist die Aufgabe als Schatzmeister im Verein vielleicht genau das richtige für dich. Du bist erfolgreicher Trainer oder Spieler im Verein? Dann passt die Aufgabe des Jugendleiters oder Jugendwarts sehr gut zu dir. Oder bist du im Vertrieb tätig und verfügst über ein ausgezeichnetes Netzwerk? Dann ist der Posten des 2. Vorsitzenden genau richtig, um für den Verein nachhaltige Sponsoring-Partner zu finden. Sei dir über deine Erfahrungen und Fachwissen bewusst und überlege, wie du deine Skills im Vorstand gewinnbringend einsetzen kannst. Dann sollte die Wahl in den Vorstand nicht allzu lange auf sich warten.
Wer ehrenamtlich im Vorstand tätig ist, kann unter bestimmten Voraussetzungen eine steuerfreie Aufwandsentschädigung erhalten. Wie die Ehrenamtspauschale 2026 funktioniert, wer anspruchsberechtigt ist und wie der Verein die Auszahlung korrekt in der Satzung verankert, ist für jeden angehenden Vorstand relevantes Grundwissen.