Padel-Geschichte: Ursprung, Boom und 25 Millionen Spieler

Die Padel-Geschichte beginnt mit einem Platzmangel. Vor gut 55 Jahren baute ein mexikanischer Unternehmer auf seinem Grundstück in Acapulco einen improvisierten Court, eingezwängt zwischen die Mauern seines Hauses. Die Wände gehörten einfach mit zum Spiel. Heute spielen weltweit mehr als 25 Millionen Menschen Padel, und in Deutschland schießen neue Hallen im Monatsrhythmus aus dem Boden.

Wer hat Padel erfunden?

Enrique Corcuera heißt der Mann, der als Erfinder von Padel gilt. 1969 ließ er auf seinem Privatanwesen in Acapulco einen Platz anlegen, nicht aus Vision, sondern aus Platzmangel. Das Grundstück war zu schmal für einen regulären Tennisplatz. Also nutzte er die Begrenzungsmauern als Teil des Courts, lehnte die Grundregeln an Squash und Tennis an und ersetzte den Schläger durch ein saitenloses Schlagblatt. Kein Regelwerk, kein Verband, keine Absicht, damit irgendetwas zu begründen. Einfach ein Spiel unter Bekannten. Einer dieser Bekannten änderte alles.

Von Mexiko nach Spanien: Wie Padel Europa erreichte

Alfonso de Hohenlohe spielte Ende der 1960er- und Anfang der 1970er-Jahre mehrfach auf Corcueras Platz. Der spanisch-deutsche Adlige lebte in Marbella und war maßgeblich daran beteiligt, die Costa del Sol als internationale Freizeitdestination zu etablieren. Was er in Acapulco gesehen hatte, ließ ihn nicht los.

1974 ließ de Hohenlohe die ersten Padel-Courts in Spanien bauen, auf dem Gelände des Real Club de Tenis de la Baronesa in Marbella. Das Publikum: gut situierte Spanier, Urlauber aus dem europäischen Hochadel, internationale Geschäftsleute. Padel war zunächst ein Sport der Oberschicht, nicht des Breitensports.

Was das Spiel dann veränderte, war weniger ein strategischer Rollout als eine schlichte Beobachtung: Es war einfach zu erlernen und machte sofort Spaß. Es braucht keine jahrelange Technikausbildung, um einen Ballwechsel zu führen. Ob mit oder ohne Tenniserfahrung: Das Spiel war nach einer halben Stunde verständlich.

In den späten 1970ern und 1980ern breitete sich Padel von Andalusien aus durch die spanischen Mittelschichten aus. Neue Clubs entstanden, erste regionale Ligen bildeten sich, Hersteller begannen, spezialisierte Ausrüstung zu produzieren.

Padel wird professionell: Verbände, Regelwerk, WPT

1991 gründeten die nationalen Verbände Argentiniens, Spaniens und Brasiliens gemeinsam die Federación Internacional de Pádel (FIP). Bis dahin spielte jedes Land seine eigene Variante, mit leicht unterschiedlichen Regeln und Court-Maßen. Die FIP schuf das gemeinsame Fundament: einheitliches Regelwerk, offizielle Standards, erste Weltmeisterschaften. Ohne das wäre Padel ein regionaler Freizeitsport geblieben.

Dass Argentinien dabei am Tisch saß, ist kein Zufall. Das Land hatte Padel vollständig unabhängig von Spanien entwickelt, mit eigenen Varianten und einer ebenso tief verwurzelten Spielkultur.

2005 entstand die World Padel Tour (WPT), der erste professionelle Welttouren-Circuit. Das war der entscheidende Schub. Denn: Wer Profis beim Spielen zuschaut, will selbst auf den Court. Die WPT schuf Vorbilder, gab dem Sport ein Gesicht und zog Sponsoren an, die Reichweite finanzierten. Fernsehübertragungen folgten, Trainingsakademien entstanden, Ausrüstungshersteller investierten.

Den aktuellen Regelstand, inklusive der FIP-Änderungen 2026 wie dem Star Point, findest du kompakt unter Padel-Regeln einfach erklärt.

Padel-Boom in Europa

In Europa war Padel lange eine iberische Angelegenheit. Spanien hatte in den 2000ern mehr als 10.000 Courts und schätzungsweise vier bis fünf Millionen aktive Spieler. Der Rest Europas schaute kaum hin. Das änderte sich ab 2015 spürbar, und ab 2020 gravierend.

Schweden wurde zum unwahrscheinlichsten Wachstumsmarkt: Mehr als eine Million Schweden spielen heute Padel, das Land hat europaweit die höchste Court-Dichte pro Kopf. In Italien, den Niederlanden, Belgien, der Schweiz, Deutschland: überall öffneten neue Hallen, Kommunen bauten Outdoor-Courts, Tennis-Clubs erweiterten ihr Angebot.

Die Zahlen sprechen für sich: 2010 gab es weltweit schätzungsweise 4 Millionen Padel-Spieler. 2020 waren es rund 10 Millionen. Die FIP verzeichnete 2024 mehr als 25 Millionen aktive Spieler in über 90 Ländern (Quelle: dpv-padel.de und FIP-Berichte).

In Deutschland ist die Entwicklung besonders greifbar: Von rund 70 Padel-Courts im Jahr 2020 stieg die Zahl bis Ende 2025 auf über 1.200 Anlagen, eine Verzwanzigfachung in fünf Jahren (Quelle: Padelfinder). Der Deutsche Padel Verband (DPV, gegr. 2010) zählt inzwischen rund 10.500 registrierte Mitglieder. Wie sich dieser Boom weiter entfaltet, zeigt der separate Padel in Deutschland: Trend-Report 2026.

Was 1969 als Hinterhof-Improvisation begann, ist heute eine der am schnellsten wachsenden Sportarten der Welt. Bei den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles wird Padel nicht vertreten sein — der Sport richtet den Blick auf Brisbane 2032. Der Deutsche Padel Verband ist optimistisch: „Wir halten die Aufnahme von Padel in das Olympia-Programm für 2032 für sehr realistisch, da die Sportart sich seit Jahren auf mehreren Kontinenten konstant dynamisch entwickelt und wir in den über 100 Mitgliedsverbänden der FIP weltweit genauso wie unser internationaler Dachverband täglich sehr hart daran arbeiten, den olympischen Traum Wirklichkeit werden zu lassen", so DPV-Geschäftsführerin Stefanie Steible.

Padel-EM 2029 in Deutschland

Erstmals hat Deutschland den Zuschlag für eine internationale Padel-Meisterschaft erhalten: Der Deutsche Padel Verband (DPV) wird 2029 die Europameisterschaft ausrichten. Die vorherige Auflage 2027 ging an die Niederlande. Für den DPV ist die Vergabe mehr als ein logistisches Projekt. „Das Vertrauen der FIP in Deutschland ist Anerkennung für das beeindruckende Wachstum, das der Padelsport hierzulande in den vergangenen Jahren erlebt hat, und zugleich Ansporn, noch ambitioniertere Ziele zu verfolgen", sagt DPV-Geschäftsführerin Stefanie Steible und spricht von einem „prägenden Meilenstein", um Padel „nachhaltig in der Breite zu verankern". Der genaue Austragungsort steht noch aus, soll aber zeitnah bekanntgegeben werden.

Was macht Padel so ansteckend?

Sportarten wachsen nicht zufällig. Padel hat ein paar strukturelle Eigenschaften, die seinen Aufstieg erklären, ohne dass es dafür Marketingbudgets oder Verbandskampagnen gebraucht hätte.

Niedriger Einstieg, sofortiger Spaß. Tennis und Padel bieten unterschiedliche Einstiege. Während Tennis oft etwas mehr Übung erfordert, ermöglicht Padel vielen Anfängern schon früh längere Rallyes. Der kleinere Court, das langsamere Spieltempo und die nutzbaren Wände sorgen schnell für Erfolgserlebnisse und machen Lust auf mehr. Carmen Herrscher, Sportwartin für Padel beim TG Nord, dem größten Tennisverein in Düsseldorf, bringt es im Interview mit NRW-Sport auf den Punkt: „Es ist leicht zu erlernen, es macht sehr viel Spaß, man macht es immer zu viert. Da ist ein sehr geselliger Faktor dabei.“

Vorwiegend Doppel: der soziale Faktor. Padel wird meistens zu viert gespielt, Einzel ist möglich, aber die Ausnahme. Das Spiel ist sozial gebaut: Du spielst fast immer mit und gegen andere. Das macht es zum Mannschafts- und Freizeitsport zugleich, ohne die Organisationsaufwände von Teamsportarten wie Fußball oder Handball. Vier Personen, ein Court, eine Stunde. Fertig. Den Unterschied zwischen Einzel und Doppel erklärt Padel Doppel vs. Einzel im Detail.

Geringe Infrastrukturanforderungen. Zwei Padel-Courts passen auf die Fläche eines einzigen Tennisplatzes, bei höherem Stundensatz und deutlich geringerem Pflegeaufwand. Für Betreiber ist das eine klare Rechnung. Seit 2020 entstehen in Deutschland Padel-Hallen nicht nur in Großstädten, sondern zunehmend auch in kleineren Städten und Regionen abseits der Ballungszentren.

Der Coolness-Faktor. Padel hat eine Ästhetik, die Tennis und Squash verbindet: Glaswände, enge Doppel-Taktik, spektakuläre Wandbälle. Das Spiel ist fotogen und kurzclipfähig. Social Media hat das Wachstum ab 2018 messbar beschleunigt.

Dein Team auf dem Court

Padel ist ein Teamsport, und Teams brauchen eine eigene Identität auf dem Court. Ob ihr die erste Saison zusammen spielt oder schon eine eingespielte Mannschaft seid: Mit individuellen Padel-Trikots tretet ihr als Team auf, nicht als vier zufällig zusammengekommene Leute in verschiedenen Shirts. Schau dir die Padel-Bekleidung im Konfigurator an, oder steig direkt ins Design ein:

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