Sportarten wachsen nicht zufällig. Padel hat ein paar strukturelle Eigenschaften, die seinen Aufstieg erklären, ohne dass es dafür Marketingbudgets oder Verbandskampagnen gebraucht hätte.
Niedriger Einstieg, sofortiger Spaß. Tennis und Padel bieten unterschiedliche Einstiege. Während Tennis oft etwas mehr Übung erfordert, ermöglicht Padel vielen Anfängern schon früh längere Rallyes. Der kleinere Court, das langsamere Spieltempo und die nutzbaren Wände sorgen schnell für Erfolgserlebnisse und machen Lust auf mehr. Carmen Herrscher, Sportwartin für Padel beim TG Nord, dem größten Tennisverein in Düsseldorf, bringt es im Interview mit NRW-Sport auf den Punkt: „Es ist leicht zu erlernen, es macht sehr viel Spaß, man macht es immer zu viert. Da ist ein sehr geselliger Faktor dabei.“
Vorwiegend Doppel: der soziale Faktor. Padel wird meistens zu viert gespielt, Einzel ist möglich, aber die Ausnahme. Das Spiel ist sozial gebaut: Du spielst fast immer mit und gegen andere. Das macht es zum Mannschafts- und Freizeitsport zugleich, ohne die Organisationsaufwände von Teamsportarten wie Fußball oder Handball. Vier Personen, ein Court, eine Stunde. Fertig. Den Unterschied zwischen Einzel und Doppel erklärt Padel Doppel vs. Einzel im Detail.
Geringe Infrastrukturanforderungen. Zwei Padel-Courts passen auf die Fläche eines einzigen Tennisplatzes, bei höherem Stundensatz und deutlich geringerem Pflegeaufwand. Für Betreiber ist das eine klare Rechnung. Seit 2020 entstehen in Deutschland Padel-Hallen nicht nur in Großstädten, sondern zunehmend auch in kleineren Städten und Regionen abseits der Ballungszentren.
Der Coolness-Faktor. Padel hat eine Ästhetik, die Tennis und Squash verbindet: Glaswände, enge Doppel-Taktik, spektakuläre Wandbälle. Das Spiel ist fotogen und kurzclipfähig. Social Media hat das Wachstum ab 2018 messbar beschleunigt.