Padel für Anfänger: Tipps für deinen Einstieg

Padel ist die vielleicht einsteigerfreundlichste Rückschlagsportart. Es ist leicht zu lernen, schnell und macht sofort Spaß. Einen Haken gibt es allerdings — er liegt an einem Element, das viele Einsteiger zuerst falsch einschätzen.

Padel für Anfaenger: Tipps für Einsteiger
Padel gilt als sehr einsteigerfreundlich. Foto: Gianna Rinke-Hardekopf

Padel boomt. In Deutschland hat die Sportart in den letzten Jahren an enormer Beliebtheit gewonnen. Dass liegt unter anderem daran, dass Padel vergleichsweise schnell zu erlernen ist, und somit als besonders einsteigerfreundlich ist. Hinzu kommt der gesellschaftliche Charakter, weil Padel hauptsächlich im Doppel gespielt wird. Laut Steffi Steible vom Deutschen Padel Verband (DPV) verbindet die Sportart drei Dinge perfekt: „einfacher Einstieg, hoher Spaßfaktor und eine starke soziale Komponente.“

Damit auch dir der Einstieg gelingt und du dich auf dem Padel-Court von Anfang wohlfühlen kannst, haben wir hier ein paar Tipps für dich.

Aufschlag für Anfänger: Einfach, sicher, regelkonform

Los geht jedes Spiel mit dem Aufschlag. Der Aufschlag beim Padel ist deutlich zugänglicher als der Tennis-Aufschlag. Es gibt kein Überkopfschlag und keine Schulterrotation, die erstmal trainiert werden muss. Der Padel-Aufschlag erfolgt von unten, wobei der Ball unterhalb der Hüfte getroffen werden muss und diagonal im gegenüberliegenden Aufschlagfeld landen muss. 

Das klingt simpel, birgt aber drei klassische Anfängerfehler:

  • Der Ball wird zu hoch getroffen, also oberhalb der Hüfte. Das ist ein Regelfehler, der im Amateur-Bereich oft nicht sofort bemerkt wird, aber drauf achten lohnt sich von Anfang an.
  • Der Aufschlag wird zu schnell gespielt. „Viele Spieler betrachten den Aufschlag als Waffe, mit der man direkt punkten muss. In Wirklichkeit ist der Aufschlag im Padel aber vor allem ein Instrument, um das Spiel zu eröffnen und anschließend eine gute Netzposition einzunehmen“, erklärt Johannes Lindmeyer, 4-facher Deutscher Meister im Doppel. Seine Faustregel: Präzision und Kontrolle schlägt Geschwindigkeit.
  • Die Aufschlaglinie wird nicht beachtet. Seit Januar 2026 gilt: Der Ball muss nach dem Aufspringen hinter der weißen Aufschlaglinie getroffen werden. Wer innerhalb des Feldes aufschlägt, spielt einen Fehler.

Padel-Grundschläge: Was du beachten musst

Padel hat ein breites Schlagrepertoire: Vorhand, Rückhand, Volley, Smash, Bandeja, Lob, Vibora. Als Einsteiger solltest du dich allerdings erstmal auf Vorhand, Rückhand und den Grundvolley konzentrieren. Der Rest kommt mit der Zeit von selbst, wenn die Spielerfahrung wächst.

Wichtiger als die Schlagauswahl ist ohnehin die Haltung dahinter: Padel ist ein Kontrollsport, kein Powersport. Das klingt banal, ist es aber nicht, weil fast jeder Einsteiger beim ersten Mal mehr Kraft einsetzt als nötig und sich damit genau das nimmt, was Padel ausmacht: Geduld und Kontrolle. 

Lindmeyer erklärt: „Der häufigste Fehler ist, dass Anfänger versuchen, zu schnell und zu hart zu spielen. Padel ist aber ein Fehlersport. Gerade am Anfang sollte das Ziel sein, den Ball möglichst oft ins Feld zu bringen, die Rally am Leben zu halten und dem Gegner die Chance zu geben, Fehler zu machen.“ Daher gilt: Halte den Schläger locker, nicht verkrampft. Spiel den Ball mit Kontrolle über das Netz.

Das deckt sich mit dem, was auch Steible vom DPV als zwei der häufigsten taktischen Anfängerfehler benennt: „Zu hart schlagen, anstatt kontrolliert und taktisch zu spielen“ und „Zu lange an der Grundlinie bleiben, statt aktiv ans Netz vorzurücken. Hintergrund: Im Padel werden die meisten Punkte von der Netzposition aus gewonnen, weil man dort Winkel kontrollieren und Druck aufbauen kann. Wer dauerhaft hinten bleibt, spielt defensiv, egal wie hart er schlägt.

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Die Glaswand: Dein wichtigstes Werkzeug als Anfänger

Ein von Anfängern oft unterschätztes Element beim Padel ist die Glaswand. Dabei ist die Glaswand laut Lindmeyer „eines der wichtigsten Elemente des gesamten Sports.“ Lindmeyers Tipp: „Wer früh lernt, die Scheibe aktiv zu nutzen, entwickelt deutlich schneller ein gutes taktisches Verständnis für das Spiel. Deshalb würde ich jedem Einsteiger empfehlen, die Glaswand von der ersten Trainingsstunde an bewusst mit einzubeziehen." 

Steible ergänzt: „Wer versteht, wie der Ball von den Glaswänden zurückkommt, fühlt sich auf dem Court deutlich sicherer und kann mehr Bälle verteidigen. Erst durch das aktive Nutzen der Wände entfaltet sich das typische Padel-Spielgefühl.“

Konkret bedeutet das: Lass den Ball bewusst an die Wand, auch wenn du ihn vorher nehmen könntest. Die Wand gibt dir Zeit. Sie verlangsamt den Ball, gibt dir eine zweite Chance auf die Positionierung und eröffnet Spielsituationen, die direkt ohne Wand nicht entstehen würden. Gerade im Doppel ist das der Unterschied zwischen einem Punkt, den du mit Mühe verteidigst, und einem, den du kontrolliert aufbaust. Betrachte die Wand daher als Hilfsmittel.

Die Regel dahinter ist einfach: Ein Ball, der nach dem Aufspringen die Wand berührt, ist weiter im Spiel und darf gespielt werden. Ein Ball, der direkt (ohne Bodenberührung) ins Glas oder Gitter geht, ist aus. Alle Padel-Regeln im Detail findest du in unserem Regelartikel.

Häufige Anfängerfehler — und wie du sie von Anfang an vermeidest

Wer die typischen Fehler kennt, muss sie nicht erst selbst machen. Sieben häufige Fehler: 

  • Zu hart schlagen. Padel belohnt Kontrolle. Wer mit voller Kraft spielt, produziert Fehler — nicht Punkte. Ziel im Anfänger-Stadium: Ball sicher ins Spielfeld bringen, nicht Punkte erzwingen. 
  • Die Glaswand ignorieren. Die Wand ist kein Zufall, sondern Strategie. Lass den Ball bewusst ans Glas, wenn die Situation es erlaubt. Das gibt dir Zeit und deinem Partner Raum. 
  • Alleine vorrücken. Im Doppel bewegen sich beide Spieler gemeinsam vor oder zurück. Hier sieht Thomas Lönegren, Padel-Trainer und Leiter der Tennis- und Padel-Schule Dinslaken, einen der häufigsten Aufstellungsfehler: „Ein Spieler bleibt hinten, während der andere bereits am Netz steht. Dadurch entstehen große freie Räume und Lücken, die von den Gegnern leicht ausgespielt werden können.“ 
  • Den Aufschlag als Waffe einsetzen. Schnell servieren lässt sich nach wenigen Versuchen gut anfühlen und kostet Doppelfehler. Kontrollierter erster Aufschlag, dann Netz. 
  • Kommunikation vergessen. Im Doppel müssen Ballzuständigkeiten kurz abgesprochen werden. Das klingt selbstverständlich, wird aber im Spielfluss regelmäßig ausgelassen. 
  • Einseitiges Spiel. Eine schwache Rückhand oder Vorhand kann vom Gegner schnell ausgenutzt werden. Versuche also beide Seiten gleichmäßig zu trainieren. 
  • Sicherheitsschlaufe nicht benutzen. Die Schlaufe am Schläger muss während des Spiels ums Handgelenk getragen werden. Das ist nicht optional, sondern Regelvorschrift. Lindmeyer nennt das als einen der am häufigsten übersehenen Regelfehler im Amateurbereich.

Padel als Team: Gemeinsam macht es noch mehr Spaß

Gerade am Anfang spielt man Padel eher spontan mit Freunden oder wechselnden Mitspielern. Doch wer einmal Spaß an der Sportart gefunden hat, verabredet sich schnell regelmäßiger mit derselben Gruppe. Aus einzelnen Matches entsteht eine feste Runde, woraus sich schnell ein eigenes Teamgefühl entwickelt. 

Ein gemeinsamer Look ist dabei kein Muss, kann aber den Zusammenhalt stärken und macht auf dem Court einfach Spaß. Wenn ihr euch als Gruppe ein eigenes Outfit gestalten möchtet, könnt ihr bei spized eure Padel-Trikots individuell entwerfen – mit eurem Logo, euren Farben und eurem eigenen Design. 

Auch kleine Details können beim Spielen helfen: Ein Stirnband hält bei langen Ballwechseln den Schweiß aus den Augen und kann passend zum Trikot gestaltet werden.

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