Die Tour de France 2026 findet vom 4. bis 26. Juli 2026 statt. Insgesamt nehmen 23 Teams mit je 8 Fahrern teil, also 184 Profis. Doch nur vier von ihnen tragen bei jeder Etappe ein besonderes Trikot – die Wertungstrikots. Sie sind das sichtbarste Statussymbol des Rennens und zeigen auf einen Blick, wer in welcher Wertung führt.
Das Gelbe Trikot – Maillot Jaune
Das Gelbe Trikot ist das bekannteste Trikot im Radsport – und eines der ikonischsten Sportkleidungsstücke der Welt. Eingeführt wurde es 1919 von Tour-Gründer Henri Desgrange, der die Führenden für das Publikum am Straßenrand erkennbar machen wollte. Die gelbe Farbe war kein Zufall: Sie entsprach der Farbe des Papiers, auf dem seine Sportzeitung „L'Auto" gedruckt wurde. Am Ende der Tour wird das Gelbe Trikot an den Gesamtsieger überreicht. Es ist das ultimative Ziel jedes Klassementfahrers.
Das Grüne Trikot – Maillot Vert
Das Grüne Trikot wird seit 1953 vergeben und belohnt Sprintstärke und Konstanz. An definierten Zwischensprints und beim Etappenfinish werden Punkte vergeben – die Anzahl variiert je nach Etappentyp. Flachetappen bringen mehr Sprintpunkte als Bergetappen. Die grüne Farbe geht übrigens auf den damaligen Sponsor zurück: das französische Bekleidungsgeschäft „À la Belle Jardinière", das in seinen Werbekampagnen regelmäßig Grün verwendete. Typische Träger des Grünen Trikots sind reine Sprinter wie Mark Cavendish oder Marcel Kittel, aber auch komplette Fahrer können es über die Gesamtdistanz gewinnen.
Das Grüne Trikot gilt als das Trikot der schnellsten Männer im Peloton.
Das Gepunktete Trikot – Maillot à Pois
Das Gepunktete Trikot – weiß mit roten Punkten – ist das Trikot des „König der Berge". Seit 1933 wird es vergeben, die heutige gepunktete Version gibt es seit 1975. Das rote Punktemuster ist eine Hommage an den französischen Radsportmeister Henri Lemoine, der in den 1920er und 30er Jahren dasselbe Muster trug. Je steiler und schwieriger ein Berg, desto mehr Punkte gibt es – und desto mehr Fahrer werden berücksichtigt: Bei einem HC-Anstieg erhalten die ersten acht Fahrer am Gipfel Punkte, bei einem Anstieg der vierten Kategorie nur der Erste. Seit den 2000er Jahren werden die Punkte an bestimmten Anstiegen zusätzlich verdoppelt, etwa am letzten Anstieg einer Etappe auf einem HC-Pass.
Wer das Gepunktete Trikot trägt, ist der Kletterspezialist der Tour – oft ein leichter Bergfahrer, der sich über wochenlange Arbeit an den Cols in die Gesamtwertung gesprengt hat.
Das Weiße Trikot – Maillot Blanc
Das Weiße Trikot ist die Auszeichnung für das größte Talent im Feld. Eingeführt wurde es 1975, verschwand dann jedoch von 1988 bis 2000 aus dem Programm – und wurde seitdem nicht mehr abgeschafft. Es prämiert junge Fahrer, die bereits auf dem Niveau der Besten mitfahren können. Wer das Weiße Trikot trägt, hat oft das Potenzial, in den Folgejahren um das Gelbe Trikot zu kämpfen. Vingegaard, Pogačar und Evenepoel haben es alle getragen – bevor sie das Gelbe holten.
Das Weiße Trikot ist damit so etwas wie der Ankündigungszettel für die nächste Generation der Radsport-Stars.
Bonus: Die goldene Rückennummer
Neben den vier Wertungstrikots gibt es noch eine weitere tägliche Auszeichnung, die viele Fans nicht kennen: die goldene Rückennummer. Sie wird nach jeder Etappe durch eine Fachjury vergeben – bestehend aus Rennleitung, Sportjournalisten und ehemaligen Profis – an den kämpferischsten Fahrer des Tages. Das ist kein Punktesystem, sondern eine rein jury-basierte Entscheidung.
Der ausgezeichnete Fahrer darf die goldene Rückennummer bei der folgenden Etappe tragen. Am Ende der Tour wird zusätzlich ein sogenannter „Super-combatif" gekürt: der kämpferischste Fahrer der gesamten Rundfahrt.
Bonus: Die Teamwertung
Neben den Einzelwertungen gibt es auch eine Mannschaftswertung. Dabei werden bei jeder Etappe die Zeiten der drei bestplatzierten Fahrer eines Teams addiert. Das Team mit der niedrigsten kumulierten Gesamtzeit führt die Teamwertung an. Bringt ein Team weniger als drei Fahrer an den Start, scheidet es automatisch aus der Wertung aus.
Aus deutscher Sicht hat das Team Telekom und sein Nachfolger T-Mobile die Mannschaftswertung insgesamt fünfmal gewonnen (1996, 1997, 2004, 2005, 2006) – eine bis heute unübertroffene Bilanz für ein deutsches Team.