spized x Casa de España: Wie spized einem Kölner Verein mit besonderer Geschichte unter die Arme greifen konnte

Ideal C.F. Casa de España aus Köln ist nach eigenen Angaben der älteste Migrationsverein der Stadt. 1967 von spanischen Einwanderern gegründet, spielt der Verein heute mit acht Jugend-Jahrgängen und vier Seniorenmannschaften. Vor wenigen Wochen hat spized dem Verein eine Spende von 1.000 Euro sowie einen Trikotsatz für den Nachwuchs überreicht. Im Interview erzählt Thomas Bastian, Trainer der U11 und im Verein zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, wie aus einer Anlaufstelle für spanische Einwanderer ein Fußballverein wurde, der sein spanisches Flair bis heute lebt und wofür das gespendete Geld gut gebraucht wird.

Von der Wohnungssuche zum Ligabetrieb

Der Verein Ideal C.F. Casa entstand aus einer Anlaufstelle für spanische Einwanderer in Köln-Ehrenfeld. „Es gab ein sogenanntes Casa de España", erzählt Bastian im Interview mit spized. „Das war eine Art Organisation für spanische Menschen in Deutschland, die den Menschen geholfen haben, Wohnungen zu suchen, aber auch zum Beispiel in die Kirche zu gehen, spanischen Gottesdienst abzuhalten.” Aus diesem Umfeld entstand 1967 eine Fußballmannschaft, die den Namen der Anlaufstelle übernahm und schnell in den Ligabetrieb einstieg. Anfangs ausschließlich mit spanischen Spielern.

„Es war eine ganz schöne Geschichte, weil es direkt neben dem spanischen Haus auch eine portugiesische Gemeinde gab, und die haben gerne untereinander gespielt”, sagt Bastian und verrät: „Portugiesische Mannschaft gegen spanische Mannschaft, das ging teilweise auch relativ heiß her.”

Multikulturell, aber spanisch im Kern

Heute kommen die Kinder im Verein aus vielen verschiedenen Ländern. Das spanische Flair ist laut Bastian trotzdem geblieben: Chorizo statt Bratwurst, Tapas-Burger und Patatas Bravas am Spielfeldrand, spanische Musik, ein mehrheitlich spanischer Vorstand. „Ohne diese Durchmischung wäre der Verein wahrscheinlich gar nicht mehr in dieser Form am Leben”, sagt Bastian. „Trotzdem hat man versucht, dieses spanische Feeling weiter beizubehalten." Nach seiner Einschätzung führt der Verein gerade in den jüngeren Jahrgängen deshalb eher Wartelisten als Mitgliederwerbung.

Das gesamte Interview mit Thomas Bastian auf YouTube

Wie spized und Casa de España zusammenfanden

Zwischen dem Sportartikelhersteller und dem Verein besteht schon länger eine Verbindung, die über die jüngste Spende hinausreicht. Die erste Herrenmannschaft läuft bereits seit einiger Zeit in spized-Trikots auf, ebenso mehrere Jugendmannschaften des Vereins. Vor wenigen Wochen kam eine weitere Unterstützung hinzu: eine Spende von 1.000 Euro sowie ein zusätzlicher Trikotsatz für den Nachwuchs.

Nach Angaben von Bastian fließen Spenden dieser Art beim Verein vor allem in gemeinsam genutztes Sportplatz-Equipment. Der Verein teilt sich seinen Platz mit weiteren Mannschaften, was Material wie Jugendtore, Leibchen oder Trainingshilfen schneller verschleißt als bei exklusiver Platznutzung. „Gerade Tore sind immer ein Highlight, wenn man die anschaffen kann”, so Bastian. „Aber auch Basics wie Leibchen oder Hütchen — Geld, das gespendet wird, geht bei uns eigentlich immer relativ zügig ins Equipment.”

Der neue Trikotsatz ging an die Jugendmannschaft von Bastian selbst (aktuell U11, zuvor U10) und wurde von ihm über den spized Konfigurator gestaltet. Ab der kommenden Saison soll nach Vereinsangaben auch die U9 in den Trikots spielen. „Wir kriegen immer positives Feedback für die Trikots", sagt Bastian.

Ein Adler mit gutem Timing

Das Trikot-Design für seine Jugendmannschaft hat Bastian selbst entworfen. Angelehnt an den Spitznamen des Vereins, ,Las Aguilas‘ (die Adler), ziert die Brust einen Adlerkopf samt Federn-Motiv. Farblich erstrahlt das Trikot in Orange, das durch einen Verlauf der spanischen Vereinsfarben Gelb und Rot entsteht. Ein gezieltes Jubiläumstrikot ist es nicht, doch die Zahlen auf dem Design passen zeitlich gut: 2027 feiert der Verein sein 60-jähriges Bestehen. Für nächstes Jahr sei man aber schon in den Überlegungen, ein wirkliches Jubiläumstrikot zu gestalten, verrät Bastian.

Kostenlose Lerninhalte: Werde Teil der spized Club Academy!

Mehr als ein Trainer

In seine Rolle ist Bastian eher hineingerutscht als sie gesucht zu haben. „Ich bin selbst in diese Position eigentlich damals reingekommen, ohne dass ich es wollte”, erzählt er. Sein Vorgänger hatte in der Mannschafts-WhatsApp-Gruppe gefragt, ob jemand aushelfen könne — „und eine Woche später hieß es: ich steige jetzt aus, viel Spaß." Seitdem ist er im dritten Jahr als Trainer dabei.

Bezahlt wird die Arbeit nicht. „Man muss das auf jeden Fall wollen. Es ist sehr zeitintensiv, und man muss wissen: Das ist ein Job neben dem Job", sagt Bastian. Was er stattdessen bekommt: „Eine krasse Wertschätzung von Seiten der Spieler oder Spielerinnen, oder auch von der Elternschaft, wenn dann ein Dankeschön kommt. Und dieses emotionale Erlebnis, wenn die Jungs oder die Mädels mal ein richtig gutes Spiel machen." Dafür müsse man „eigentlich geboren sein" — das mache eben nicht jeder.

Für die Kinder ist er nach eigener Einschätzung mehr als ein sportlicher Übungsleiter. Er ist ebenfalls eine Bezugsperson und manchmal auch Streitschlichter. Was er ihnen neben dem Fußballerischen mitgeben will: „Soziales Miteinander. Dass Kinder lernen, sich in eine Gruppe einzubringen, dass sie vielleicht Ängste ablegen gegenüber Fremden.” Gerade wenn ein Kind neu in eine eingespielte Mannschaft komme, sei das nicht leicht. „Und eben auch Konflikte lösen, das ist auch eine wichtige Sache. Das lernt man in so einem Fußballverein total gut.”

Hamburg und Sharks Trikot-Designs von spized

Exklusive Design-Vorlagen

Nur für Newsletter-Abonnenten - Jetzt anmelden!

Jugendarbeit zwischen Wartelisten und Platzmangel

Der Verein zählt nach Bastians Angaben acht Jugend-Jahrgänge, einzelne davon zusätzlich intern unterteilt — die aktuelle U8 etwa ist groß genug für drei parallele Mannschaften. Als größte strukturelle Herausforderungen nennt Bastian den Mangel an ehrenamtlichen Trainern und fehlenden Trainingsplätzen: „Wir haben hier in Köln, wie eigentlich jede Großstadt, das Problem, dass es sehr wenig Platz für Fußballplätze gibt.” Übergriffige Eltern am Spielfeldrand, ein in der Jugendarbeit häufig diskutiertes Thema, seien in seiner eigenen Mannschaft dagegen bislang kein Problem gewesen.

Am Ende bleibt für Bastian vor allem eines hängen: „Die Kinder identifizieren sich über die Trikots vermutlich sogar noch mehr mit dem Verein, als wenn sie das nicht hätten.” Sie tragen sie, sagt er, längst nicht mehr nur auf dem Platz, sondern in der Schule und in der Nachbarschaft, im Alltag zwischen den Spielen. Selbst gegnerische Mannschaften nehmen die Aufmachung wahr: „Die gegnerischen Mannschaften haben uns immer gefeiert”, erzählt Bastian. Vor allem, wenn zu den weißen Trikots mit dem spanischen Streifen noch der eigene spanische Anfeuerungsruf der Fans dazukommt.

Für einen Verein, der in der Kölner Fußballlandschaft nach eigener Einschätzung sonst eher übersehen wird, ist das kein Nebeneffekt. Es ist genau der Punkt, an dem Trikot und Vereinsgeschichte zusammenlaufen: Was vor fast 60 Jahren als Anlaufstelle für spanische Einwanderer begann, trägt sich heute im Alltag von Kindern weiter, die keine spanischen Wurzeln haben müssen, um sich mit dem Adler auf der Brust zu identifizieren.

Weitere passende Artikel!

Entdecke weitere spannende Themen