Nicht nur Pflichten: Deine Rechte im Ehrenamt
Ehrenamtliches Engagement bedeutet Verantwortung zu übernehmen. Das heißt aber nicht, dass alle Kosten und Risiken selbst zu tragen sind. Wer für einen Verein tätig wird, hat auch klare Rechte, die häufig unterschätzt oder gar nicht bekannt sind.
Diese Rechte sollen sicherstellen, dass Ehrenamtliche ihre Aufgaben erfüllen können, ohne finanziell oder organisatorisch benachteiligt zu werden.
Aufwendungsersatz: Niemand arbeitet auf eigene Kosten
Grundsätzlich gilt: Wer im Auftrag des Vereins Ausgaben tätigt, hat Anspruch auf Aufwendungsersatz. Dazu zählen zum Beispiel Fahrtkosten zu Sitzungen oder Veranstaltungen, Portokosten, Büromaterial oder andere Auslagen, die im Rahmen der ehrenamtlichen Tätigkeit entstehen.
Der Ersatz kann entweder konkret gegen Nachweis erfolgen oder pauschal, etwa über die Ehrenamtspauschale.
Versicherungsschutz: Absicherung über Verein und Verbände
Viele Vereine sind über ihre Dach- oder Landesverbände automatisch versichert. Dazu gehören häufig eine Haftpflicht- und eine Unfallversicherung für ehrenamtlich Tätige. Diese greifen, wenn während der Vereinsarbeit Personen- oder Sachschäden entstehen oder wenn Ehrenamtliche selbst zu Schaden kommen.
Der Versicherungsschutz ist ein zentraler Baustein, um Risiken im Ehrenamt abzufedern und wird oft erst dann wahrgenommen, wenn etwas passiert.
Recht auf Ausstattung und Unterstützung
Wer Verantwortung übernimmt, hat auch Anspruch auf eine angemessene Ausstattung. Das betrifft Arbeitsmaterialien, Zugänge, Informationen und organisatorische Unterstützung. Ehrenamtliche müssen ihre Aufgaben sachgerecht erfüllen können und der Verein ist verpflichtet, die dafür notwendigen Mittel bereitzustellen.
Die Ehrenamtsversicherung: Warum eine D&O-Versicherung wichtig ist
Eine D&O-Versicherung (Directors and Officers Versicherung) oder auch als Vermögensschadenhaftpflichtversicherung bekannt, ist speziell für Führungskräfte. Sie schützt Geschäftsführer, Vorstände und leitende Angestellte vor den finanziellen Folgen von Fehlentscheidungen. Eine solche Versicherung übernimmt unter anderem:
- Schadensersatzforderungen: Wenn durch dein Handeln finanzielle Schäden an Dritten entstehen, übernimmt die Versicherung die Abwehr unberechtigter Ansprüche oder die Zahlung berechtigter Forderungen.
- Verteidigungskosten: Rechtsstreitigkeiten sind teuer. Die Kosten für Anwälte und Gericht werden übernommen.
- Cyber-Betrug: Wird der Verein Opfer eines Cyber-Angriffs sind die im Verein entstandenen Schäden bis zu einer vereinbarten Höhe abgedeckt.
- Veruntreuung: Bei der Veruntreuung von Vereinsgeldern besteht ein Versicherungsschutz bis zu einer im Vorfeld vereinbarten Höhe.
Der Mehrwert für Vereine
Neben dem Schutz für Vorstandsmitglieder kann eine D&O-Versicherung auch Vorteile für den gesamten Verein haben:
- Attraktivität im Ehrenamt: Eine solche Versicherung zeigt potenziellen Vorstandsmitgliedern, dass der Verein Verantwortung ernst nimmt und für einen Schutz seiner Führungskräfte sorgt.
- Ruhiges Arbeiten: Eine Versicherung nimmt die Angst vor Fehlern und erlaubt mutige Entscheidungen. Vorstände können sich vollkommen auf ihre Aufgaben konzentrieren.