Ehrenamt im Spotlight: Wie der TSV Schafhausen seinen Ehrenamtlichen eine Bühne gibt

Ehrenamtliche halten den TSV Schafhausen am Laufen, doch kaum jemand kennt ihre Geschichten. Der Verein macht sie nun sichtbar – mit einer Instagram-Serie, die mehr ist als eine nette Idee.

TSV Schafhausen Ehrenamt im Spotlight Instagram-Serie
„Ehrenamt im Spotlight" stellt regelmäßig einzelne Vereinsmitglieder auf Instagram vor – mit Bild, Text und dem, was sie für den TSV Schafhausen leisten.

Ehrenamt im Sportverein sichtbar machen: Die Idee hinter „Ehrenamt im Spotlight“

Wer durch die Social-Media-Kanäle vieler Sportvereine scrollt, sieht Spielberichte, Ergebnisse, Ankündigungen oder Social-Media-Trends. Doch das, was Vereine wirklich trägt, bleibt häufig im Hintergrund: die Menschen, die ihre Zeit, Energie und Leidenschaft ehrenamtlich einbringen. Und das neben Familie und Job. Öffentliche Anerkennung dafür? Kaum vorhanden. 


Der TSV Schafhausen, ein Mehrspartenverein mit rund 900 Mitgliedern, hat das geändert. Mit seiner Instagram-Serie „Ehrenamt im Spotlight“ rückt der Verein gezielt diejenigen in den Fokus, ohne die nichts laufen würde: Helfer, Organisatoren und Unterstützer im Hintergrund.

„Ein Verein, viele Gesichter“: Persönliche Geschichten als Erfolgsfaktor

Getreu dem Motto „Ein Verein, viele Gesichter“ wird einmal wöchentlich eine Person vorgestellt, die sich im Verein engagiert – mit Bild und persönlichem Text. Es ist ein bewusst gesetztes Zeichen: Wertschätzung soll beim TSV nicht mehr nur intern stattfinden, sondern öffentlich sichtbar werden. 

Vorgestellt wurden unter anderem „TSV-Urgestein“ Philipp, dessen „Geheimtalent“ die Vernetzung der Abteilungen ist, und Sandra, für die das Kinderturnen ein Herzensprojekt ist. „Sie schenkt unseren Kids eine unvergessliche Zeit beim Sport“, schreibt der Verein auf Instagram. 

„Wir sind der Meinung, dass diese Personen es verdient haben, auch in der Öffentlichkeit Wertschätzung zu erfahren“, sagt Sebastian Heilmann, seit März 2025 Vorstand beim TSV Schafhausen, im Gespräch mit spized. Er erklärt, dass zahlreiche Ehrenamtliche des TSV schon „seit Jahren, teils Jahrzehnten“ enorme Arbeit leisten. Nicht für Aufmerksamkeit, sondern aus Überzeugung, Freude und Sinnhaftigkeit.

Win-Win für Verein und Engagement: Mehr Sichtbarkeit, mehr Nähe

Hinter der Idee, die aus der Überzeugung gewachsen ist, dass diese Menschen Sichtbarkeit verdienen, steckt aber auch eine Win-Win-Logik für den Verein. „Wir geben den Leuten eine Bühne und zeigen Dankbarkeit, aber gleichzeitig tun die Leute auch was für den Verein, indem sie ihn nahbarer und sichtbarer machen“, sagt Nico Sievers, ebenfalls seit März 2025 im TSV-Vorstand. 

Die Serie erfüllt damit gleich mehrere Funktionen: Sie schafft Anerkennung für bestehendes Engagement, gibt anderen Mitgliedern Inspiration – und macht den Verein nach außen nahbarer.

Darüber hinaus erhofft man sich beim TSV von der Serie neue Helfer anzusprechen. Denn trotz vieler Engagierter im Verein, liegt hier eine der größten Herausforderungen, die viele Vereine teilen – und auch die Verantwortlichen in Schafhausen beschäftigt. Die Gruppe aktiver Ehrenamtlicher ist zu klein für die lange Liste an Plänen, die der Verein hat. Heilmann bringt es auf den Punkt: „Viel zu wenige machen viel zu viel.“ Die Konsequenz: Projekte bleiben liegen, Potenziale ungenutzt. „Die Abteilungen bei uns haben echt viele Ideen, können es aber nicht umsetzen, weil die Helfer fehlen“, sagt Sievers. 

Ziel des TSV-Vorstands ist es, den Verein sukzessive auf breiteren Schultern aufzubauen, eine klare Struktur zu schaffen und das Ehrenamt für neue Zielgruppen attraktiv zu machen. Denn das Engagementverständnis hat sich verändert. „Früher war das Ehrenamt für viele selbstverständlich, das kam aus dem familiären Hintergrund, aus der Dorfgemeinschaft heraus“, sagt Heilmann. „Heute muss man den Leuten zeigen, wie cool es sein kann, sich zu engagieren.“

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Was die Serie bewirkt – für Ehrenamtliche und den Verein

„Ehrenamt im Spotlight“ ist ein Baustein dieser Strategie, der sogar schon erste Erfolge verzeichnet. Die Serie wird positiv wahrgenommen – und das nicht nur von Vereinsmitgliedern wahr. Die Posts erreichen auch Menschen außerhalb des Vereins. Weil sie persönlich sind. „Wenn ich sehe, wie viele Klicks diese Posts erhalten, wie viele Likes auch von Nichtmitgliedern kommen – das wird wahrgenommen, definitiv“, sagt Heilmann. 

Für einen Verein wie den TSV, der neue Freiwillige gewinnen will, ist genau das ein wichtiger Grundstein. Denn Engagement beginnt mit Sichtbarkeit. Wer einen Verein nicht kennt, wird ihm nicht helfen. Die Serie macht den Verein nahbarer. Und noch viel wichtiger: Wer die Gesichter hinter dem Verein kennt, ist vielleicht noch eher bereit, sich selbst zu engagieren.

Fazit: Wertschätzung ist kein Gefühl, sondern braucht eine Bühne

„Ehrenamt im Spotlight“ macht etwas, das viele Vereine versäumen: Es macht das Unsichtbare sichtbar. Die Menschen, die seit Jahren arbeiten, ohne im Rampenlicht zu stehen. Der TSV Schafhausen sagt laut, was sonst stillschweigend erwartet wird – und schafft damit etwas, das über Wertschätzung hinausgeht: Nahbarkeit. 

Du willst das in deinem Verein auch angehen? Fang klein an. Ein Bild. Ein Text. Eine Person pro Woche. Die Wirkung kommt nicht durch Perfektion, sondern durch Kontinuität.

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