Die Zählweise im Padel entspricht der aus dem Tennis: 15 – 30 – 40 – Spiel. Für ein Spiel brauchst du mindestens vier Punkte und mindestens zwei Punkte Vorsprung.
Wer zuerst sechs Spiele gewinnt, gewinnt den Satz. Auch hier braucht man zwei Spiele Vorsprung. Bei 5:5 wird weiter gespielt: Gewinnt ein Team das nächste Spiel, steht es 6:5. Gewinnt es auch das übernächste, endet der Satz 7:5. Erst bei 6:6 kommt der Tiebreak.
Tiebreak: Gespielt wird bis 7 Punkte, mit mindestens zwei Punkten Vorsprung. Der Satz endet dann 7:6. Das Aufschlagrecht zu Beginn liegt beim Team, das regulär an der Reihe gewesen wäre. Danach wird im Tiebreak alle zwei Punkte das Aufschlagrecht gewechselt.
Ein Match geht über Best-of-Three: Wer zwei Sätze gewinnt, gewinnt das Match. Steht es nach zwei Sätzen 1:1, kann statt eines vollständigen dritten Satzes ein Super-Tiebreak gespielt werden. Das Prinzip ist dasselbe, aber es wird bis 10 Punkte gespielt (mindestens zwei Punkte Vorsprung).
Bei 40:40 gibt es im Padel inzwischen drei verschiedene Regelungen. Welche gilt, hängt vom Kontext ab.
Klassischer Vorteil: Kein Zeitlimit bei Einstand. Wer nach 40:40 den nächsten Punkt holt, hat Vorteil. Holt er auch den Folgepunkt, gewinnt er das Spiel. Verliert er ihn, geht es zurück auf Einstand. Das wiederholt sich, bis ein Team zwei Punkte in Folge nach Einstand gewinnt. Dieses System gilt bei der Premier Padel Tour und internationalen Meisterschaften. Im Hobbybereich macht es bei langen, entspannten Spielen Spaß, kann aber einzelne Games weit in die Länge ziehen.
Golden Point: Ein einziger Punkt entscheidet bei 40:40 sofort über das Spiel. Kein Vorteil, kein Zurück. Das empfangende Team darf dabei bestimmen, auf wen der Aufschlag gespielt werden soll.
Star Point (neu ab 2026): Die International Padel Federation hat den Star Point als Mittelweg eingeführt. Er verhindert endlose Einstand-Spiele, ohne sofort auf den harten Golden Point umzusteigen.
So läuft er ab: Erstes Mal 40:40 → normaler Vorteil wird gespielt. Gleicht das unterlegene Team aus, geht es weiter. Zweites Mal 40:40 → nochmal normaler Vorteil. Gleicht das unterlegene Team wieder aus, kommt es zum Star Point: Der nächste Ballwechsel entscheidet das Spiel sofort, ohne weitere Vorteil-Phasen.
Ein Beispiel: Blau holt Vorteil, Rot gleicht aus. Rot holt Vorteil, Blau gleicht aus. Jetzt Star Point: Wer den nächsten Punkt holt, gewinnt das Spiel.
Auch beim Star Point darf das Rückschlag-Team die Aufschlagseite wählen. Im Mixed gilt zusätzlich: Serviert ein Mann, muss ein Mann retournieren. Serviert eine Frau, muss eine Frau retournieren.
Nationalspieler Lindmeyer bewertet die neue Regel grundsätzlich positiv: „Sie bringt zusätzliche Dynamik und Spannung ins Spiel und ist aus meiner Sicht ein guter Kompromiss zwischen dem klassischen Advantage-System und dem Golden Point.“
Kritischer sieht es Lönegren: „Meiner Meinung nach sind Padel-Matches bereits gut ausbalanciert, was Spieldauer und Spannung betrifft. Mit dem Golden Point gibt es schon seit Jahren eine Regel, die verhindert, dass Spiele unnötig in die Länge gezogen werden, und gleichzeitig für spannende Momente sorgt. Für den Breitensport halte ich die bisherigen Regelungen für ausreichend und ausgewogen.“
Was bedeutet das für dich als Hobbyspieler? Im Freizeitspiel hat der Star Point oft wenig unmittelbaren Einfluss. Viele Clubs spielen ohnehin Golden Point oder eine eigene Hausregel. Relevant wird er, wenn dein Club ihn einführt, ihr nach aktuellen FIP-Regeln ein Turnier spielt oder ihr euch vor dem Match explizit darauf einigt. Der praktische Vorteil: Gerade bei 60-Minuten-Courtbuchungen sorgt er dafür, dass kein einzelnes Game die Restzeit aufzehrt. Er erzeugt ein Tie-Break-Gefühl mitten im Spiel, mit echten Drucksituationen, in denen Aufschlagplatzierung und Return-Wahl plötzlich taktisch relevant werden.