Dass bei den Heimspielen der HSG Bensheim/Auerbach Flames alles reibungslos und professionell abläuft, verdankt der Club vor allem seinen zahlreichen freiwilligen Helfern. Der Handball-Bundesligist hat ein strukturiertes und wertschätzendes Ehrenamtskonzept entwickelt, das Maßstäbe setzt.
„Flames Heroes“ – Aus Helfern wird ein sichtbares Team
Dass die Flames diese Aussage ernst meinen, zeigt sich vor allem beim Thema Wertschätzung, das der Bundesligist konsequent verfolgt. Ein zentraler Bestandteil des Konzepts ist das Wording. „Ich habe relativ schnell gemerkt, wie entscheidend Sprache ist“, erklärt Heßler. Aus diesem Grund versuche sie, Begriffe wie „Helfer“ oder „Ehrenamtliche“ zu vermeiden. Bei der HSG heißen die Ehrenamtlichen „Flames Heroes“.
Die Heroes, die an jedem Spieltag zu „Spieltagshelden“ werden, erhalten eigene Shirts, sind mit einer festen Rubrik im Hallenmagazin vertreten und werden regelmäßig auf den Social-Media-Kanälen des Vereins gewürdigt. Aus einzelnen Helfern ist so ein sichtbares Team geworden. Ein Team, das dazugehört und dazu beiträgt, dass sich Menschen mit den Flames identifizieren – „nicht nur auf dem Feld, sondern auch abseits davon.“
Klare Rollen für alle Heroes
Aktuell umfasst der Ehrenamtlichen-Pool rund 70 Personen, von denen je nach Spieltag und Auslastung 40 bis 50 Heroes im Einsatz sind. Vor jedem Heimspiel wird abgefragt, wer verfügbar ist. Anschließend werden die Heroes für die verschiedenen und klar definierten Rollen eingeteilt. Dabei werden unter anderem Erfahrung und persönliche Interessen berücksichtigt.
Mittlerweile wäre die Spieltags-Durchführung ohne die Heroes gar nicht mehr möglich, sagt Heßler: „Die Flames Heroes sichern unsere Abläufe und sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass es sportlich und organisatorisch professionell abläuft.“ Die Verantwortung wird dabei bewusst auf mehrere Schultern verteilt. So hat jeder Aufgabenbereich eine eigene Teamleitung aus dem Heroes-Team, die alles organisiert und Entscheidungsfreiheit genießt. „Wir müssen Verantwortung auch abgeben und die Leute einfach mal machen lassen“, lautet das Prinzip der Flames.
Gemeinschaft und Identifikation
Ihre Einsätze und geleisteten Stunden dokumentieren die Heroes über ihre „Hero Card“, eine digitale Zeitkarte. Die erfassten Zeiten werden anschließend in Punkte umgewandelt, die gegen Prämien im Fanshop eingetauscht werden können. Zukünftig soll das Angebot um weitere Prämien erweitert werden. „Ich mache mir schon viele Gedanken, wie wir das ganze Konzept noch breiter und noch attraktiver gestalten können“, sagt Heßler und erklärt, dass ihr auch der „soziale Aspekt super wichtig“ sei. Dazu gehören gemeinsame Heroes-Ausflüge oder das Grillfest mit der Mannschaft. Die Idee dahinter: Stärkung der Gemeinschaft und Identifikation.
Anstoß für das strukturierte Ehrenamtskonzept waren der sportliche Erfolg der Flames und die damit einhergehenden steigenden Anforderungen der Liga. Plötzlich habe man Ehrenamt strategisch denken müssen, „um langfristig stabil und attraktiv zu bleiben“. Denn Aufgaben wie der Aufbau des Hallenbodens und der LED-Technik seien ohne klare Strukturen mittlerweile nicht mehr zu bewältigen.
Mit ihrem Konzept zeigen die Flames mittlerweile, wie ehrenamtliche Helfer dauerhaft an den Verein gebunden werden. Heßler ist überzeugt: „Wer Verantwortung teilt, zuhört und Ehrenamtliche als Teil des Ganzen versteht, der schafft nachhaltige Vereinsarbeit.“
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